Zwei Tage, mehr als 300 Teilnehmende und viele Themen, die weit über den Tourismus hinausreichen: Beim ersten B2B-Tourismusfestival der Bayern Tourismus Marketing GmbH standen Austausch, neue Perspektiven und die gemeinsame Gestaltung von Zukunft im Mittelpunkt.
Mehr als klassische Vorträge
Das Tourismusfestival war bewusst nicht als klassische Konferenz aufgebaut. Neben den Beiträgen auf der Main Stage gab es Deep Dives, Workshops, ein Ideenwerk und verschiedene Praxis-Touren. Das Konzept setzte damit nicht nur auf Zuhören, sondern auch auf Mitmachen, Austausch und gemeinsames Weiterdenken.
Genau diese Mischung hat das Format besonders gemacht.
Die unterschiedlichen Programmpunkte haben Themen aufgegriffen, die die Tourismusbranche aktuell beschäftigen, gleichzeitig aber auch für viele unserer Kunden und für unsere eigene Agenturarbeit relevant sind.






Welche Zukunft wollen wir gestalten?
Ein Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Unternehmen, Organisationen und Regionen mit Veränderungen umgehen können.
Die Zukunftsforscherin Dr. Birthe Menke sprach darüber, welche unterschiedlichen Zukünfte im Tourismus denkbar und wünschenswert sind. Dabei ging es weniger darum, die eine richtige Zukunft vorherzusagen, sondern vielmehr darum, verschiedene Entwicklungen mitzudenken und dadurch handlungsfähig zu bleiben.
Dieser Gedanke ist aus unserer Sicht nicht nur für Destinationen wichtig.
Auch Unternehmen müssen sich heute regelmäßig fragen:
- Welche Entwicklungen kommen auf uns zu?
- Was verändert sich bei unseren Kunden und Mitarbeitenden?
- Was möchten wir bewahren?
- Wo müssen wir bereit sein, neue Wege zu gehen?
Zukunft entsteht nicht automatisch. Sie entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und Veränderungen aktiv gestalten.
Relevanz statt reiner Reichweite
Ein weiterer Impuls, der hängen geblieben ist, war das Thema Cultural Marketing.
Doris Pfleger zeigte, wie Communities, kulturelle Entwicklungen und gesellschaftliche Codes die Markenführung verändern. Unternehmen müssen heute stärker verstehen, welche Themen Menschen wirklich beschäftigen, welchen Gemeinschaften sie sich zugehörig fühlen und was für sie relevant ist.
Das betrifft den Tourismus genauso wie das Handwerk, den Mittelstand oder Arbeitgebermarken.
Sichtbarkeit allein reicht nicht mehr aus. Marken müssen einen Bezug zur Lebensrealität der Menschen herstellen. Sie müssen verständlich, glaubwürdig und anschlussfähig sein.
Für unsere Arbeit bei makrohaus bedeutet das: Gute Kommunikation beginnt nicht mit einem Kanal oder einer Kampagne. Sie beginnt mit der Frage, was Menschen wirklich bewegt und welchen Beitrag eine Marke oder ein Unternehmen dazu leisten kann.





Unterschiedlichkeit als Stärke
Auch Inklusion und Vielfalt waren Teil des Programms.
Janis McDavid sprach darüber, warum Unterschiede nicht nur eine gesellschaftliche Aufgabe sind, sondern auch Innovation, Fachkräftesicherung und nachhaltigen Unternehmenserfolg fördern können.
Dieser Perspektivwechsel ist wichtig.
Unterschiedliche Erfahrungen, Lebensrealitäten und Denkweisen machen Teams und Unternehmen nicht komplizierter, sondern im besten Fall besser. Sie erweitern den Blick, stellen gewohnte Lösungen infrage und führen zu Angeboten und Kommunikation, die mehr Menschen erreichen.
Vielfalt darf deshalb nicht nur ein Begriff in Unternehmensleitbildern sein. Sie muss im Alltag, in Entscheidungen und in der Gestaltung von Produkten, Services und Kommunikation sichtbar werden.
Generationen besser verstehen
Wie können unterschiedliche Generationen gut zusammenarbeiten? Was erwarten junge Menschen von Arbeit, Führung und Unternehmen? Und wie verändern Digitalisierung, gesellschaftliche Krisen und demografischer Wandel unsere Arbeitswelt?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich Dr. Kilian Hampel in seinem Beitrag zur „Generation Zukunft“.
Auch dieses Thema erleben wir täglich in unserer Arbeit.
Unternehmen suchen Mitarbeitende, bestehende Teams verändern sich und Erwartungen an Führung, Kommunikation und Arbeitskultur entwickeln sich weiter.
Dabei geht es nicht darum, Generationen in einfache Kategorien einzuteilen. Es geht darum, zuzuhören, unterschiedliche Bedürfnisse ernst zu nehmen und Zusammenarbeit so zu gestalten, dass alle Beteiligten ihre Stärken einbringen können.
Gerade für Arbeitgebermarken wird das immer entscheidender. Unternehmen müssen nicht nur zeigen, welche Stellen sie anbieten. Sie müssen vermitteln, wofür sie stehen, wie sie führen und was Menschen bei ihnen tatsächlich erleben.
Gesundheit, Lebensqualität und neue Bedürfnisse
Auch das Thema Longevity, also die Frage nach einem möglichst langen und gesunden Leben, spielte eine Rolle. Toan Nguyen zeigte, welche Bedeutung Gesundheit, Prävention und Lebensqualität künftig für den Tourismus haben können.
Dabei wird deutlich: Gesundheit entwickelt sich zunehmend vom individuellen Wunsch zu einem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Thema.
Für Regionen und touristische Anbieter entstehen dadurch neue Möglichkeiten. Gleichzeitig betrifft die Entwicklung auch Unternehmen aus vielen anderen Branchen.
Menschen achten bewusster darauf, wie sie leben, arbeiten, reisen und ihre Zeit verbringen. Angebote müssen deshalb stärker einen echten Mehrwert schaffen und sich an veränderten Bedürfnissen orientieren.





Künstliche Intelligenz: Werkzeug und Veränderung zugleich
Auch künstliche Intelligenz gehörte zu den zentralen Zukunftsthemen des Festivals. Insgesamt reichte das Programm von KI über Cultural Marketing und Inklusion bis hin zu Longevity und Generationenwandel.
KI verändert bereits heute, wie wir arbeiten, Informationen verarbeiten und Inhalte erstellen.
Für uns bei makrohaus ist dabei entscheidend: Technologie allein ist noch keine Lösung.
KI kann Prozesse beschleunigen, neue Möglichkeiten eröffnen und bei der Entwicklung von Ideen unterstützen. Die Einordnung, Haltung und Verantwortung bleiben jedoch beim Menschen.
Gerade deshalb müssen wir uns als Agentur und gemeinsam mit unseren Kunden kontinuierlich damit beschäftigen, an welchen Stellen KI echten Mehrwert bietet und wo menschliche Erfahrung, Kreativität und Nähe unverzichtbar bleiben.
Was wir mit ins makrohaus nehmen
Auch wenn das Festival seinen Ausgangspunkt im Tourismus hatte, nehmen wir viele Gedanken für unsere gesamte Arbeit mit. Denn die großen Fragen sind in fast allen Branchen ähnlich:
Wie bleiben Unternehmen und Marken relevant? Wie können sie Menschen erreichen und binden? Wie gehen sie mit Veränderung um? Welche Rolle spielen Technologie und Digitalisierung? Wie gelingt gute Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Generationen und Perspektiven? Und wie entsteht Kommunikation, die nicht nur sichtbar ist, sondern wirklich etwas bewirkt?
Unsere Aufgabe als Kreativ- und Digitalagentur ist es, diese Entwicklungen nicht nur zu beobachten. Wir möchten sie verstehen, einordnen und gemeinsam mit unseren Kunden in konkrete Strategien und Lösungen übersetzen.
Das Tourismusfestival hat dafür viele neue Gedanken geliefert. Vor allem aber hat es noch einmal gezeigt: Zukunft entsteht nicht im Alleingang. Sie entsteht durch Austausch, Offenheit und die Bereitschaft, voneinander zu lernen.